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Von Wolfgang Mayr
Zurecht beschäftigt sich die „internationale Gemeinschaft“ mit dem überzogenen israelischen Krieg in Gaza. Dieses Engagement fehlt, wenn es um Darfur geht.
Es fehlt auch das „zivilgesellschaftliche“ Engagement – mit wenigen Ausnahmen – für die Menschen in Darfur. Seit Monaten demonstrieren weltweit die Freunde der Hamas mit antisemitischem Schaum auf dem Mund gegen Israel, für die Vernichtung von Israel, „from the river to the sea“.
Die geistigen Brüder der Hamas, die Milizionäre der sogenannten „Rapid Support Forces“, arabisch-islamistische Marodeure, überziehen den Sudan mit ihrem Terror. Dieser richtet sich besonders gegen nicht-arabische Bevölkerungsgruppen, gezielt gegen die schwarzen Darfuris. Der Rassismus der RSF-Angehörigen trifft mit voller Wucht in Darfur auf die Zivilbevölkerung, genauso die entgrenzte sexuelle Gewalt.
Nur wenige Menschenrechtsgruppen, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker und Human Rights Watch, verwiesen auf die jüngsten Massaker in der Darfur-Stadt El Fasher. Mit einer Mahnwache vor dem Außenministerium in Berlin versuchte die GfbV gemeinsam mit der Salam Sudan Campaign die Öffentlichkeit auf die Lage in Darfur aufmerksam zu machen.
Die sudanesische Partnerorganisation der GfbV, Bana Group for Peace and Development, bestätigte die Gräueltaten und Kriegsverbrechen, die Massenexekutionen, Vertreibungen und systematische Gewalt gegen die Zivilbevölkerung.
Ethnische Säuberungen
Human Rights Watch dokumentiert ebenfalls den Krieg der RSF gegen die Bevölkerung in Darfur. Die HRW-Recherchen belegen die Massenmorde, die Massenvergewaltigungen und Folterungen. Die RSF und verbündete Milizen plünderten außerdem in großem Stil und zerstörten Dörfer und Städte. Hunderttausende flohen vor dieser „Politik“ der Verwüstung. Diese Angriffe erfolgten laut HRW nicht wahllos, sondern gezielt nach ethnischen Kriterien.
HRW benennt die Gräueltaten als Kriegsverbrechen oder als Verbrecher gegen die Menschlichkeit. Das gezielte Vorgehen gegen nicht-arabische Bevölkerungsgruppen wie die Massalit bezeichnet HRW als eine ethnische Säuberung. Ziel der RSF ist es, die schwarzafrikanischen Nationalitäten dauerhaft aus Darfur zu vertreiben. Mit dem gezielten Töten will die arabisch-islamistische RSF-Terrorgruppen die nicht-arabischen Bevölkerung teilweise oder ganz vernichten, warnt HRW. Ein Völkermord ist im Gange.
„Wir sind hier, um zu töten“, wird einer der RSF-Milizionäre im Recherche-Bericht zitiert. Die RSF rekrutiert sich aus den alten Dschandschawid, der „Reiter“-Miliz, die für ihre Verbrechen gegen nicht-arabische Bevölkerungsgruppen in den Jahren 2003-2004 bekannt ist. In diesem Zeitraum sollen nach neuesten Schätzungen mehr als 600.000 Menschen ermordet worden sein.
20 Jahre später
Der Internationale Strafgerichtshof befasste sich damit erst seit 2022, 20 Jahre später. Und jetzt wiederholt sich der wieder Vernichtungskrieg der Dschandschawid, neue „Firmenbezeichnung“ RSF. Hochgerüstet und bestens ausgestattet mit Jeeps und SUVs.
Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, schlug Alarm, „das Risiko weiterer massiver, ethnisch motivierter Verstöße und Gräueltaten steigt von Tag zu Tag“. Opfer sind Patienten in den Krankenhäusern, Flüchtlinge, Zivilist*innen, sind schweren Übergriffen ausgesetzt, darunter Vergewaltigungen. Die RSF sind dafür bekannt, nach militärischen Siegen Massengräuel gegen Zivilist*innen zu verüben, ergänzt Human Rights Watch.
Gern verdrängt und vergessen ist die Tatsache, dass im Auftrag der EU das sudanesische Militär und die verbündeten RSF die illegale Migration stoppen sollten. Einer dieser „illegalen Migranten“ wird in der taz mit der Aussage zitiert, für die Flucht sind die RSF verantwortlich. Die EU als „Förderer“ der RSF?
Die RSF werden militärisch von den Vereinigten Arabischen Emiraten gesponsert. Human Rights Watch und France 24 dokumentierten, dass die RSF Waffen einsetzt, die im Besitz des Militärs der Vereinigten Arabischen Emirate waren. Der britische Guardian berichtete, dass ein in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässiges Unternehmen ehemalige kolumbianische Militärangehörige rekrutiert und nach Darfur entsandt hat, um RSF-Kämpfer auszubilden und an ihrer Seite zu kämpfen.
Vor den Augen der Öffentlichkeit, die wegschaut, findet ein tatsächlicher Völkermord statt. Die Aufregung darüber hält sich beeindruckend in Grenzen. Wahrscheinlich deshalb, weil die „Soldaten“ der RSF keine Israelis sind.
Weitere Infos:
– Sudan – Human Rights Watch: Ethnische Säuberungen in Darfur
– HRW – Human Rights Watch (Autor): „Sudan: 20th Anniversary of Darfur ICC Referral“, Dokument #2123545 – ecoi.net
– Darfur-Netzwerk für Menschenrechte – DNHR
– Human Rights Watch veröffentlicht Weltbericht 2025: Menschenrechtstrends im Sudan – Darfur Women Action Group
– Darfur – Waffen und Genozid
– Völkermord in Darfur

